Die Schützenhalle - Drei Baugenerationen

von Rüdiger G. Wisse

 

 

Ein Platz zum Feiern des Schützenfestes wurde immer benötigt. Schon früh lesen wir von den jährlichen Traktamenten (Bewirtungen, Festessen), die im Anschluss an das Patronatsfest im November gefeiert wurden. Diese Hubertusfeiern sind eigentlich die Vorläufer der heutigen Schützenfeste. Meist war der Gastgeber ein Bauer, der viele Pflichten zur Vorbereitung und Durchführung des Hubertusfestes auf sich nehmen musste. Als Ausgleich erhielt er für ein Jahr die Nutzung an den Parzellen Ackerland, welche die Bruderschaft damals besaß. So wurden die Traktamente wohl bis zur zwangsweisen Auflösung der Bruderschaft 1826 durch den preußischen Landrat meist auf privatem Grund und Boden gefeiert. Seit wann genau es die Traktamente in Müschede gibt ist nicht überliefert. Da die Schützenbruderschaft eine „zu religiösen Zwecken errichtete Gesellschaft“ (Satzung 1850) war und die Existenz einer Hubertuskapelle bereits für das Jahr 1484 eindeutig nachzuweisen ist darf man annehmen, dass die Traktemente bis in diese Zeit zurückreichen.

 

Nach der Neugründung 1850 änderte sich der Charakter des Schützenfestes grundlegend. Unter Punkt 3 der am 9. Juni 1850 gefassten Beschlüsse (Satzung) lesen wir: „Das zur Weckung und Erhaltung der brüderlichen Liebe früher stattgefundene Traktement oder Festessen kann den Zeitumständen nicht mehr anpassend erachtet werden und soll an dessen Stelle ein gemeinschaftliches, öffentliches, anständiges Vergnügen bestehend in einem gemeinschaftlichen mäßigen Biertrinken und musikalischer Unterhaltung treten.“  Damit verlagerte sich das Fest im Laufe der Zeit auf das uns heute als Schützenhalle bekannte Gelände.

 

Erste schriftliche Hinweise über den Standort und die Art des Festplatzes zum Feiern des Schützenfestes finden wir im Protokoll der Vorstandssitzung vom 24. März 1895. Da das Musikzelt defekt war wurde der Beschluss  gefasst, einen Kostenvoranschlag für einen eventuellen Neubau anfertigen zu lassen. Ergänzendes hierzu steht im Protokoll vom 21. April 1895: „Nachdem der Kostenvoranschlag geprüft, sowie die (Zeichnung) in Augenschein genommen war, beschloß die Versammlung, die Errichtung eines neues Musikzeltes dem Bauunternehmer Franz Kiwitt zu übertragen, jedoch mit der Maßgabe, wenn der gen. Kiwitt für mindestens 400 Mark die Errichtung eines neuen Musikzeltes einschließlich der von Bruchsteinen bestehenden Mauer, welche abgebrochen werden soll und neu aufzuführen ist, sowie die Bedachung, welche lt. Kostenvoranschlag aus Wellblech bestehen soll, solche aus einem Schieferdach herzustellen, überhaupt nach Zeichnung komplett übernimmt.“ Über der Bau einer neuen Trinkhalle erfahren wir aus dem Protokoll vom 3. Juli 1895. Wesentliche Verbesserungen sind die Wasserzuleitungen nach 1901 und die elektrische Beleuchtung ab 1911.

 

Das Wort „Halle“ taucht zum ersten Mal im Protokoll der Vorstandssitzung vom 18. August 1907 auf. Unter Punkt II ist zu lesen: „Ob eine Halle im Schützenhof gebaut werden soll, wurde ebenfalls mit großer Stimmenmehrheit beantragt.“ Den nächsten Hinweis zum Hallenbau entnehmen wir dem Protokoll der außerordentlichen Generalversammlung vom 12. April 1909. Unter Punkt 6 wird der Neubau einer Festhalle beschlossen unter der Bedingung, „erst obengenannte Rechte (Korporationsrechte, heutige Bezeichnung: Vereinsrecht, Anm. d.Autors erlangt zu haben, damit der Festplatz mit den schon vorhandenen Gebäulichkeiten auf die Bruderschaft im Grundbuch kann eingetragen werden“. Die Bruderschaft wird eingetragener Verein (e.V.) und am 9. August 1910 erfolgt der Eintrag beim Königlichen Amtsgericht zu Arnsberg. Die Satzung vom 12. April 1910 wird hinterlegt.  Nach einem vom Hüstener Bauunternehmer Franz Kiwitt vorgelegtem Kostenvoranschlag soll die Bausumme 10.800 Mk betragen.

 

Richtig los geht es dann wohl aber erst nach dem Beschluss einer außerordentlichen Generalversammlung am 16. Dezember 1913 im Saale des Gasthofes Rettler. Circa 70 anwesende Mitglieder beschließen nach eingehender Erörterung, eine Halle zu bauen. Zur Ausarbeitung von Prospekten und Kostenanschlägen wird eine eigene Kommission von 6 Mitgliedern gewählt. Noch erhaltene Baupläne aus dem Jahr 1913 zeigen die Überdachungen der Tanz- und Aufenthaltsflächen an der Südwestseite sowie die Musikbühne. Damit wird aus dem bisherigen, mit einer Mauer umgebenen und nicht überdachten Schützenhof zum ersten Mal so etwas wie eine Halle.

 

 

Der Zugang zum Festgelände ist von der Hubertusstraße. Durch ein großes Holztor schreitet man an der linker Hand liegenden Kassenbude in den Hof. Dieser ist nichts anderes als eine Wiese, die teilweise mit ein wenig Split ausgebessert werden muss. Denn bei starkem Regen verwandelt sie sich schnell in eine Schlammfläche. Gegenüber der Kassenbude wird noch eine Empore für den Königstisch gebaut. 

 


 

 

Ab 1927 erfährt die „Halle“ einige bedeutende Verbesserungen. Es werden richtige Toilettenanlagen gebaut und die Nordwestseite erhält eine Überdachung. Diese soll nicht nur die Gäste vor Regen schützen sondern auch die Theken mit zwei Zapfanlagen beherbergen. Um diese Baumaßnahmen durchführen zu können ist der Zukauf eines ca. 6 Meter breiten Streifens notwendig. Die Kassenbude wird rechter Hand des Eingangs neu gebaut, also dort wo der Königstisch war. Die alte Kassenbude wird nun Küche und Süßigkeitenstand. Zur Verschönerung der Wände malen einige „Künstler“ lustige Szenen an die Nordwest- und Südwestmauer. Eine Mauer zeigt das Tragen der Fahnenstange mit aufgesessenen Schützenbrüdern, die anderen lustige Trink- und Tanzszenen. 

 

 

 

Dieses Festgelände bleibt dann mit kleinen Verbesserungen so bestehen bis zum Ende des II. Weltkrieges. Während der Kriegsjahre wird der Schützenhof auch als Kindergarten benutzt, wofür die Bruderschaft von der Gemeinde RM10 monatlich als Pachtgeld erhält. Die Waffen-SS brauchtt die Überdachungen, um Geschütze unterzustellen. Durchziehende Truppen benutzen den Festplatz als Parkplatz. Auch die Bauern nutzen die Halle, um landwirtschaftliches Gerät  unterzubringen, damit sie bei Hofbränden nicht verloren gehen.

 

Hat die Halle den Krieg trotz mancher Schäden überlebt, so sorgt der Brand vom 16. April 1946 für stärkste Zerstörung. Als wäre das noch nicht genug, ereilt die Bruderschaft am 18. November 1946 ein weiteres Unglück. Ein Lastwagen der Firma Albert Edelbroich aus Arnsberg fährt infolge Bremsversagens vom Hubertusplatz kommend in den Schützenhof. Dabei durchbricht der LKW die Mauer und reißt die Küche vollständig weg.

 

Eine totale Renovierung der Halle wird dadurch notwendig. Auch will die Bruderschaft ihr 500 jähriges Bestehen 1950 in würdigem Rahmen feiern.  In den Unterlagen der Bruderschaft ist der zweisprachige (deutsch/englisch) „Bauschein zur Erstellung einer neuen Schützenhalle und zur Beseitigung von Kriegsschäden“ erhalten geblieben. 1949 wird die neue Halle errichtet. Die Finanzierung ist nur möglich durch Pflichtarbeit und viele Eigenleistungen der Schützenbrüder sowie durch einen einmaligen Sonderbeitrag aller Mitglieder von DM 10,--. Der Architekt ist Josef Kleine aus Neheim-Hüsten 2, die Bauausführung obliegt der Firma Gebr. Michel, Müschede.

 

 

Die Grundsteinlegung und das Richtfest feiern die Schützen am 26. Mai 1949 (Christi Himmelfahrt) gleichzeitig in Verbindung mit einer Generalversammlung. Eine von Alfons Reuther angefertigte Urkunde mit nachstehendem Text wird im Laufe des Jahres eingemauert: 

 

 

 

 

Schon bald stellt man fest, dass die neue Halle den Erfordernissen der Zeit nicht entspricht. Bereits im Juli 1952 bespricht man die Bau- und Finanzierungsmöglichkeiten zur Überdachung der Tanzfläche sowie den Umbau in eine winterfeste Halle. Da die Bruderschaft 1954 mit dem TuS Müschede 07 e.V. auch einen Vertrag zur Nutzung der Schützenhalle als Sporthalle abschließt, wird der winterfeste Umbau immer notwendiger. Ein Teil der Finanzierung, DM 12.000, soll daher über den Sportverband aus Totomitteln erfolgen. Desweiteren gibt es über den Sportverein öffentliche Zuschüsse von DM 20.000. Durch den Verkauf von Bauscheinen und eine Sammlung soll weiteres Geld in die Baukasse fließen. Die Wohnung des Hofwartes finanziert das Amt Hüsten aus Mitteln des sozialen Wohnungsbaus mit, das restliche Geld bringt die Gemeinde gegen Überschreibung der Wohnungsmiete auf. 

 

Die Müscheder Schützenhalle vor dem großen Umbau. Links im Bild ist der alte Bierkeller zu erkennen.
Die Müscheder Schützenhalle vor dem großen Umbau. Links im Bild ist der alte Bierkeller zu erkennen.

 

Bereits 1956 erwirbt die Bruderschaft anliegende Grundstücke von Stakemeier und Wulf, die späteren Baumaßnahmen zugutekommen.

 

Das bei Kriegsende 1945 noch kleine, überschaubare Dorf Müschede wächst in den 50iger und 60iger Jahren auf eine Einwohnerzahl von bald 2.500.  Damit wird auch die Schützenhalle zu klein und entspricht technisch und räumlich nicht mehr den Anforderungen. Die Bruderschaft kann durch ihren Hauptmann Heinz Vollmer-Lentmann, Mitglied im Gemeinderat, die Gemeindevertretung und den damaligen Bürgermeister Alfons Vogt von der Notwendigkeit umfassender Baumaßnahmen überzeugen und zur Bereitstellung der notwendigen Finanzen bewegen. Mit den Baumaßnahmen beauftragt die Bruderschaft Architekt Stratenschulte.

 

Mit der Baubeschlußfassung der Generalversammlung am 22. März 1969 beginnt die dritte Generation der Schützenhalle. Geltende Bauvorschriften erfordern den Zukauf von weiteren 600 m² zum vorhandenen Gelände. Nach mehrjährigen Bauarbeiten, großenteils durch freiwillige Leistungen des Schützenvorstandes und weiterer Schützenbrüder durchgeführt, erfolgt am 5. Oktober 1974 die Einweihung.

 

 

In der Zeit bis zum 550 jährigen Jubiläum im Jahr 2000 nimmt die Bruderschaft viele Renovierungsarbeiten, Verschönerungen und Neuinvestitionen vor: Außen- und Innenanstrich der Halle, kompletter Neubau der Damen- und Herrentoiletten, auch behindertengerecht, Glasfront in der großen Halle, Ausbau zweier Kühlkeller mit Isolierung und Kühlakkus, Neugestaltung des Speiseraums, neue Sprech- und Lautsprecheranlage, eine neue moderne, energiesparende Lichtanlage, Installation moderner, halbautomatischer Eingangstüren und ein Pultdach über der kleinen Halle.  Gebäuden und Motiven aus Müschede gemalt. Den Eichenrahmen dazu fertigt Schützenbruder Lorenz Weber sen., der ebenfalls pünktlich zum Jubiläum 2000 schwere Eichenbalken mit den Namen der Hauptleute/Obristen und der Schützenkönige seit 1851 schnitzt. Diese Tafeln werden ständig ergänzt und hängen in der großen Halle.

 

 

 

Im Sommer 2000 wird die Wand neben der Theke in der kleinen Halle von den Künstlern aus Hüsten, Hans Geisler (†) und Josef Guntermann (†) mit der bekannten Hubertusszene mit dem Hirsch verschönert. Zusätzlich wird von den Künstlern ein Wappenschild mit der Eule gefertigt und neben das Bild gehängt. Am 29. April 2010 erfolgt eine Ergänzung mit einer Gedenk- und Spendertafel.

 


 

 

 

 

 

Besondere Erwähnung verdient eine Maßnahme zu Beginn der 90er Jahre. Das um 1696 geschaffene Barockportal des uralten Rittergutes Wicheln konnte gerettet werden und nach langen Streitigkeiten mit den Behörden für Denkmalschutz findet  es einen gebührenden Platz an der Südwestseite der Halle.


 

 

So ist der Hallenkomplex gerüstet für die Festlichkeiten zum 550 jährigen Jubiläum im Jahr 2000.

 

Zu dieser Zeit gehören zum gesamten Gebäudekomplex die kleine (29x14 m) und große (22x26 m) Schützenhalle, die durch ein Rolltor in eine durchgehende Halle umgewandelt werden können; Toiletten und Garderobe; Kassenraum und Küche für zusätzliche Versorgung des Speisesaals; eine Gastwirtschaft mit Speisesaal, Hubertusstübchen, Kegelbahn und Wohnung; Schießstand der Schießsportgruppe mit Aufenthaltsraum; städtisches Jugendheim mit 3 Räumen; eine große Hausmeisterwohnung sowie diverse Kellerräume. Die bebaute Grundfläche beträgt knapp 2.000 m², wovon die beiden Hallen schon rund 1.000 m² in Anspruch nehmen. Die Eingangsseite weist ein Länge von 37 m auf, die Straßenfront (Hubertusstraße) 52 m.

 

 

Berechnungen ergeben, dass ein Neubau des Schützenhallenkomplexes  einschließlich Anschaffung sämtlichen Interieurs, so wie sie sich im Jahr 2000 darstellt, je nach Wertansetzung für den umbauten Raum, die Summe von 5,5 bis 6 Millionen DM kosten würde. Hinzu käme noch der Preis für das Grundstück.

 


 

 

 

Die erste große Investition im neuen Jahrtausend ist 2000 die Neueinrichtung der Küche der Gaststätte „Hubertuskrug“. Schon ein Jahr später werden die Toiletten der Gastwirtschaft in den Keller verlegt und das Hubertustübchen und die ehemaligen Toiletten werden zu einem modernen Speiseraum umgestaltet. Während des Schützenkommers des ehemaligen Amt Hüsten am 27. Oktober 2001 versagt die Heizungsanlage für die Schützenhalle ihren Dienst und muss komplett erneuert werden.

 

In den folgenden Jahren erfolgen verschiedene Erhaltungs- und Verschönerungsarbeiten in den Hallen und Kellerräumen sowie Renovierungen in den Hausmeister- und Wirtewohnungen. Besonders erwähnenswert sind die Einrichtung eines Archivs 2004 (zuerst im Keller, heute im ehemaligen Jugendraum), die Ausmalung des Allianzwappens am Wichelner Tor durch Restaurator Burkhard Michel 2005 und die Verlegung neuen Drainpflasters vor der Halle 2004/5. In 2005 und im Herbst 2010 wird der alte Speisesaal komplett neu gestaltet.

 

 

Als das Amt Hüsten 1974 aufgelöst wurde zierte noch der Schriftzug Amt Hüsten mit Wappen den Eingang des 1912 erbauten Amtshauses in Hüsten. In einer beherzten Rettungsaktion noch in 1974 konnten einige Müschder Schützen den Schriftzug und Wappen vor der Zerstörung retten. Ergänzt mit den Jahrenzahlen 1837 – 1974 fand beides in der kleinen Halle einen neuen Platz. Rechtzeitig zur Feier zum 175 jährigen Jubiläum des Amtes, die die Schützen in Müschede ausrichtete, wurde der Schriftzug mit Wappen grundlegend restauriert.

 

 

 

In der Nacht vom 6. auf den 7. August 2011 brennt es im Raum des Musikvereins im Jugendheimtrakt. Zwar löscht die örtliche Feuerwehr den Brand sehr schnell, aber die Folgen des Brandes sind katastrophal. Der Ausbruch des Brandes ist in der Zwischendecke über dem Raum entstanden und dadurch kann sich die Rauchentwicklung bis in die komplette große Halle ausbreiten. Durch Rauch, Ruß und Löschwasser sind folgende Räumlichkeiten betroffen: Jugendheimtrakt, Hausmeister- und Wirtewohnung, alter Speisesaal, Stammtischecke in der Wirtschaft sowie die große Halle. Später werden die Sachverständigen feststellen, dass die Brandursache zwar unbekannt bleibt, jedoch keine Fahrlässigkeit oder Brandstiftung vorhanden ist. Daher wird die Feuerversicherung die Brandschäden abdecken.

 

Die Rußpartikelbelastung auf der abgehängten Decke in der großen Halle ist so groß, dass die Decke komplett erneuert werden muss. Leider wird durch das Gewicht der Gerüste für die Deckenerneuerung der Boden der Halle derart in Leidenschaft gezogen, dass auch er komplett erneuert wird. Weitere Arbeiten sind neben den Farbanstrichen eine Verkabelung für Beamer und Laptopnutzung, Verlegen von Stromleitungen, Arbeiten an der Lüftung und der Abriss der „Kellnertheke“ um Raum zu schaffen für Eventtheken. Aufgrund der bauaufsichtlichen Prüfung durch die Stadt Arnsberg sind zusätzliche Arbeiten nötig wie z.B. der Einbau einer weiteren Fluchttür und die Installation einer zusätzlichen Rauchmeldeanlage, die an die bestehende angeschlossen wird.

 

Die beiden Wohnungen werden einschließlich Dach teilrenoviert, der Jugendraumkomplex mit Möbel komplett renoviert. Der alte Speiseraum erhält einen neuen Holzfußboden, eine neue Decke mit Beleuchtung sowie einen neuen Farbanstrich. Hier waren die Schäden durch Löschwasser entstanden.

 

Die Gesamtkosten der Renovierungen durch den Brand betragen ca. 300.000 € wovon rund 40.000 € von der Bruderschaft erbracht werden.

 

Es müssen zusätzlich noch weitere Eigenmittel aufgewendet werden, da es Sinn macht, gleichzeitig auch in der kleinen Halle notwendige Renovierungen durchzuführen. Zur Finanzierung wird die Generalversammlung 2011 die einmalige Mitgliederumlage von 20 € beschließen. Auch die kleine Halle erhält eine neue Decke  und eine Verkabelung für Beamer- und Laptopnutzung.

 

Am 11. März 2012 veranstaltet die Bruderschaft einen Tag der offenen Tür, verbunden mit der Halleneinweihung durch Präses Dietmar Röttger.

 

Ein ausführlicher Bericht über den Brand und die Renovierungen findet sich auch im Schützen Aktiv Ausgabe 9 Jahrgang 2011/12.

 

Neben den Sanierungsarbeiten muss bis Ende 2011 noch eine weitere wichtige Baumaßnahme erfolgen: die Installation einer Photovoltaik-Anlage. Da ab 2012 die Einspeiseerlöse erheblich gesenkt werden ist die terminbedingte Inbetriebnahme wichtig. Es gelingt, die Anlage bis zum 28. Dezember 2011 fertig zu stellen.

 

In den Jahren 2012 bis 2019 sind es wiederum viele bauliche Einzelmaßnahmen, die dem Erhalt und der Verschönerung der Halle dienen sowie die Erfüllung von Maßnahmen, die der Bruderschaft  durch die alle 3 Jahre wiederkehrende städtische bauaufsichtliche Prüfung vorgeschrieben werden. Die wichtigsten zu nennenden Arbeiten sind der Abschluss der Brandsanierung, Einbau bzw. Erweiterung einer Brandfrüherkennung und Rückbau der Wandhydrantenanlage, Erstellung eines Gutachtens zur Rauch-Wärme-Abzugsanlage und Löscheinrichtungen (2012). In 2013 erhält die Halle eine neue Bestuhlung, in 2014 wird die Kegelbahn renoviert und die kleine Halle erhält ein neues Gefälldach. Die teils undichten Glasbausteine zwischen beiden Hallen werden 2016 verkleidet.

 

Das 2015 erstellte Lärmschutzgutachten zwingt die Bruderschaft zu weiteren baulichen Veränderungen wie das Dämmen der Glaskuppeln, das Zumauern von Fenstern im Heizungsraum sowie eine neue Lärmschutztür für das Wicheler Tor (2017).  Bereits 2016 werden die Außenmauern des Kellers der kleinen Halle trocken gelegt. Die Kühlräume werden saniert.

 

Zwei Jahre später muss eine Absturzsicherung zu einem Nachbargrundstück durchgeführt werden. Die Notbeleuchtung wird erneuert und nummeriert, eine neue Fluchtwegekennzeichnung angebracht. Die Hausmeisterwohnung erhält neue Fenster und Teile des Daches  über dem Schützenkrug und der Hausmeisterwohnung werden erneuert.  Ein Jahr später wird auf Drängen des TÜV eine neue Brandschutzklappe eingebaut und in diesem Zusammenhang die große Schiefertheke neu gestaltet. Nach einer Prüfung durch die Kreispolizeibehörde muss der Schießstand im Keller umgebaut werden.

 

Der 20. Januar 2019 wird in der Geschichte der Schützenhalle ein markantes Datum werden. Auf dem Neujahrsempfang der CDU Müschede referiert die NRW Ministerin für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung, Frau Ina Scharrenbach, über finanzielle Förderungen u.a. für Vereine im Rahmen des  Dorferneuerungsprogramms in NRW. In der anschließenden Diskussion hakt Oberst Raimund Sonntag sofort nach und fragt nach der Möglichkeit von Geldern für Instandhaltungsmaßnamen für die Schützenhalle. Seine Fragen werden positiv beantwortet. Mit Hilfe von Architekt Heinz Vollmer-Lentmann werden sofort Anträge ausgearbeitet, denn die Abgabefrist für Anträge ist sehr kurz. Im Sommer erfährt die Bruderschaft, dass ihre Anträge bewilligt werden. Aber erst im späten Herbst  liegt der schriftliche Bescheid vor. Die gesamten beantragten  Baumaßnahmen von rund 200.000 € werden bewilligt. Es gibt 131.000 € Zuschüsse, 70.000 € muss die Bruderschaft selber beisteuern  Diese werden großenteils durch Eigenleistungen aufgebracht. Nun können endlich immer wieder aufgeschobene, dringend notwendige und gewünschte Maßnahmen durchgeführt werden. Der geschäftsführende Vorstand hatte vorgesorgt und mit verschiedenen Bauunternehmen und Handwerkern schon vor einiger Zeit Kontakt aufgenommen. So kann die Renovierung kurzfristig beginnen. Da die Arbeiten bis Ende 2019 nicht zu verwirklichen sind, wird eine Fristverlängerung beantragt und bis Ende März 2020 bewilligt.

 

Ein ausführlicher Bericht findet sich im Schützen Aktiv Ausgabe 17 Jahrgang 2019/2020.

 

Wichtige Arbeiten sind aber nun nachstehend aufgelistet:

 

Die schlecht schließenden Haupteingangstüren werden komplett gegen neue mit     Lärmschutzglas ausgetauscht. Die Schiebetüren in der großen Halle Richtung Biergarten werden durch Fluchttüren, die nach außen öffnen, ersetzt. Gleichzeitig wird die komplette Glasfront mit Lärmschutzglas ausgestattet. Die Fluchttür neben dem Wicheler Tor wird durch eine Lärmschutztür ersetzt.

 

Die rund 50 Jahre alten Rolltore zwischen den Hallen entsprechen schon länger nicht mehr den sicherheitstechnischen Anforderungen. Die neuen Rolltore in Weiß lassen sich nun einzeln öffnen und schließen, so dass sich bei der Raumnutzung ganz neue Möglichkeiten ergeben. Auf Empfehlung des TÜV wird die Eigenstromversorgungsanlage und die Unterverteilung der großen Halle komplett erneuert.

 

Eine immer wieder aufgeschobene Arbeit kann nun endlich durchgeführt werden. Die Glasbausteine in der großen Halle, teils seit Jahren gebrochen und Feuchtigkeit durchlassend, werden entfernt und an ihre Stelle Lärmschutzfenster eingebaut. Das ist zusätzlich auch eine besondere optische Verbesserung. Die defekte Treppe vom Biergarten in Richtung der tiefer liegenden Wiese wird erneuert und als Fluchtweg verbreitert. Der Keller unter der großen Halle in dem sich auch die Kegelbahn und der Schießraum befinden, muss freigelegt werden damit er gegen eindringende Feuchtigkeit abgedichtet werden kann. Dazu wird das Pflaster hinter der Halle komplett aufgenommen. Anschließend wird das Pflaster höher verlegt so dass man nun von der Halle ebenerdig in den Biergarten gehen kann.

 

Der Batterieraum für die Notbeleuchtung erhält neue Batterien.

 

In Absprache mit der Stadt wird in Dezember 2020 das Jugendheim - zwischen Hausmeister und Wirtewohnung gelegen - geschlossen. In dem großen Raum findet das Archiv der Schützenbruderschaft eine neue Heimat. Auch das Archiv des ADH (Arbeitskreis Dorfentwicklung und Heimatpflege) findet hier seinen Platz. Gleichzeitig kann der Raum für Besprechungen genutzt werden.

 

Durch die vielen Arbeiten der letzten Jahrzehnte zeigt sich der Hallenkomplex gerüstet für die Anforderungen an eine moderne Halle. Insbesondere erfüllt sie auch alle aktuellen Erfordernisse zum Lärmschutz, Brandschutz und den Fluchtwegen.

 

Nicht unerwähnt bleiben viele ungezählte kleinere und größere Wartungsarbeiten, die notwendig sind, um die Funktionsfähigkeit des Hallenkomplexes zu erhalten.

 

Müscheder Vereine nutzen die Schützenhalle für ihre eigenen Veranstaltungen, viele Bürger feiern dort ihren Polterabend, Großhochzeiten, runde Geburtstage, Abibälle oder andere Feste. Firmen und Behörden nutzen die Halle gerne für Festlichkeiten, wie auch das Rote Kreuz für Blutspenden.

 

Jährlicher Höhepunkt bleibt aber das dreitägige Schützenfest der Bruderschaft.

 

- Stand August 2022 -